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Die Kammerspiele

An exponierter Lage zwischen Altstadt und Donau entstehen neben dem prominenten Stadttheater die Kammerspiele Ingolstadt. Der Gebäudekörper der Kammerspiele ist westlich des Stadttheaters im Bereich des Skulpturengartens situiert und wird über einen Platz mit dem Stadttheater zum Theatercampus Ingolstadts verbunden.

Der Gebäudekomplex des bestehenden Stadttheaters war stilbildend für den deutschen Nachkriegsbau. Mit dem benachbarten Schloss gehört der Solitär vor der Altstadt zu den städtebaulichen Dominanten am Donauufer. Daher bilden sich die ergänzenden Kammerspiele bewusst als eigenständiger Baukörper ab und spannen zum gegenüberliegenden Stadttheater einen Theatercampus auf.

Die Schutterstraße, der Kreuzungsraum und die Freiflächen südlich des Theaters werden unter Berücksichtigung des ÖPNV langfristig umgestaltet. Als sogenannter „Shared Space“ soll der Theatercampus in Zukunft weitere Aufenthaltsqualitäten im städtischen Gefüge bieten. Eine urban angelegte Topografie, auf dessen Schollen die beiden Theaterstätten stehen, bildet mit Treppenlandschaften und Grüninseln sowohl einen Ort zum Verweilen, als auch den Wegeraum zum Grünzug am Donauufer. Sollte die Schloßlände in Zukunft verlegt oder gar in ihrer Nutzung obsolet werden, bietet die Lage der Kammerspiele einen angemessenen städtischen Rahmen für einen attraktiven, öffentlichen Raum am Fluss.

Der Entwurf der Kammerspiele legt den Fokus auf die Schaffung eines Ortes für Kunst und Kommunikation in Ingolstadt und fungiert als moderner Stadthybrid sowohl als Spielstätte für Theaterinszenierungen als auch als vielfältiger und öffentlicher Begegnungsort. 

Der Gebäudekörper der Kammerspiele situiert sich westlich des Stadttheaters im Bereich des Skulpturengartens, über der Bestandstiefgarage West. Als Herzstück des Gebäudes ist der Theatersaal innerhalb der Scholle in die städtebauliche Topografie eingebettet. Das im Erdgeschoss vorgeschaltete Foyer ist als Hauptfassade mit den Eingängen sowohl der Donau als auch dem Theaterplatz zugewandt. Der Bodenbelag der Scholle im Außenraum wird optisch in das Foyer weitergeführt und die verglaste Fassade verstärkt den fließenden Übergang des öffentlichen Raumes in die Kammerspiele.

Auch außerhalb der Vorstellungszeiten bietet das Foyer die Möglichkeit für Veranstaltungen wie beispielsweise Lesungen, Workshops, Ausstellungen etc. genutzt zu werden. Zur vielseitigen Nutzung wird es durch eine freistehende Treppe im südlichen Bereich bis in das 1. Obergeschoss erweitert und ermöglicht so den Anschluss der Probebühne, des Jungen Theaters und der Galerieebene an die öffentlichen Nutzungen.

Die Tribüne als Verbindung zwischen Foyer und Bühnenraum lässt sich in Größe und Stufung an unterschiedliche Zuschauerkonstellationen anpassen. Der Theatersaal erstreckt sich bis ins Untergeschoss und ist multifunktional an alle Spielarten zeitgenössischer Performances von der Arenabühne bis hin zum Totaltheater anpassbar.

Großzügige Verglasungen zwischen dem Foyer und dem Theaterraum ermöglichen zahlreiche Ein- und Ausblicke und schaffen eine visuelle Verbindung in alle Richtungen, die in Vorstellungszeiten bei Bedarf mit einem Verdunklungsvorhang geschlossen werden können.
In Richtung der Tränktorkaserne befinden sich die internen Arbeits- und Aufenthaltsbereiche des Gebäudes, die sich über alle Geschosse erstrecken. Dieser Bereich wird über den Künstlerhof im Untergeschoss als interner Mitarbeiterzugang erschlossen.
Die Theaterwerkstätten werden südlich des Stadttheaters als eigenständiges Gebäude vorgesehen und können an dieser Stelle optimal sowohl den Kammerspielen, als auch dem Stadttheater synergetisch dienen.

Fragen & Antworten (Stand: November 2021)

1. Was bedeutet Theatercampus?

Der Campus wird vom Stadttheater, den Kammerspielen und dem öffentlichen Platz definiert. Somit legt der Theatercampus den Fokus auf die Schaffung eines Kunst- und Kommunikationsortes für die Stadt.

2. Wozu dienen die Kammerspiele?

Die Kammerspiele dienen langfristig als Kleines Haus gegenüber dem Stadttheater Ingolstadt. Da das Theater sanierungsbedürftig ist, wird hier eine Interimsnutzung für die Sanierungsphase geboten.

3. Wie viele Besucher passen in die Kammerspiele?

Der Theatersaal ist für ca. 250 BesucherInnen geplant. Während der Interimsnutzung zum Sanierungszeitraum des Stadttheaters kann die Bestuhlung auf bis zu 450 Sitzplätze erweitert werden.

4. Was bedeutet Bürgertheater?

Das Theater dient als Begegnungsort mit diversen kulturellen Veranstaltungen für alle BürgerInnen. Das Foyer ist auch außerhalb der Spielzeiten der Öffentlichkeit zugänglich.

5. Wie viele Bäume entfallen?

Für den Neubau der Kammerspiele müssen 49 Bäume gefällt werden. Davon sind 6 vom Gartenamt 2017 als zu erhalten eingestuft worden. Die restlichen 43 werden als kurzfristig ersetzbar eingestuft. Im Rahmen des Bauvorhabens sind 21 Neupflanzungen geplant. Dachbegrünungen sorgen ebenfalls für neue Naturräume für diverse Biosysteme.

6. Wird die bestehende TG abgerissen?

Die Bestandstiefgarage wird nur im südlichen Bereich des Neubaus der Kammerspiele zurückgebaut und neu erstellt. Da diese in Teilen bereits sanierungsbedürftig ist, ist es sinnvoll diese Maßnahme im Zusammenhang des Neubaus umzusetzen. Durch dieses Vorgehen verlängert sich die Lebensdauer der Tiefgarage und gleichzeitig besteht die Möglichkeit, die Stellplatzbreiten zu optimieren.

7. Wie viele Parkplätze entfallen?

130 Parkplätze werden durch den Neubau entfallen, da der Theatersaal in die vorhandene Tiefgarage eingreift. Jedoch wird eine Fahrradgarage mit 160 Stellplätzen für Fahrräder und 22 Stellplätze für Lastenräder berücksichtigt, welche der Öffentlichkeit zugänglich ist.

8. Wann wird über den Bau der Kammerspiele entschieden?

Der Stadtrat entscheidet am 14.12.2021 über die Projektgenehmigung für die Kammerspiele. Einen Tag früher, am 13.12.2021, findet die Vorberatung in den betroffenen Ausschüssen statt.

9. Wie hoch werden die Baukosten für die Kammerspiele sein?

Die Baukosten für die Kammerspiele werden derzeit noch modellbasiert ermittelt. Anschließend muss die Kostenberechnung durch die INKoBau noch ergänzt und geprüft werden. Im Dezember 2021 wird dem Stadtrat eine aussagefähige Kostenberechnung als wesentliche Entscheidungsgrundlage vorliegen.

10. Wann ist der Baubeginn der Kammerspiele derzeit geplant?

Nach aktueller Planung und unter Berücksichtigung einer positiven Entscheidung des Stadtrats wird das Bauvorhaben Kammerspiele Ingolstadt im Jahr 2023 beginnen.

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